Part III: Waterdeep – Tagebucheintrag des Perrin

August 1st, 2025. Game session

Ich weiss nicht, wie lange wir schon durch diese Astralebene treiben. Vielleicht Stunden. Vielleicht Wochen. Schwer zu sagen. Es gibt keinenBoden, es gibt keinen Himmel und die Sterne sehen aus, als würden sie einen beobachten.

Auf einmal war eine riesen Festung vor uns.

Nicht gebaut. Eher… vergessen. Riesige Türme schwebten einfach im Nichts, als hätte irgendein Gott sie dort liegengelassen und dann beschlossen, nie wieder zurückzukommen. Kein Wind. Kein Geräusch. Nur dieses ewige Schweigen der Astralebene, das einem langsam unter die Haut kriecht. “Candlekeep”, sagte Khelben.

Natürlich steuerten wir direkt auf die Türme zu. Weil – warum auch nicht? Wenn man schon sein Leben riskiert um überhaupt in die Astralebene zu kommen, wieso soll man es dann überhaupt noch berücksichtigen?

Noch bevor wir den Turm erreichten, erschienen leuchtende Kugeln um uns herum. Geister vielleicht. Wächter. Oder die Astralebene selbst, die prüfen wollte, ob wir dumm genug sind, weiterzufliegen.

Khelben blieb vollkommen ruhig. Verbeugte sich sogar vor ihnen. Als würde er jeden Tag mit mysteriösen und definitiv vertrauenswürdigen Wächtern der Astralebene reden.

Einer der Wächter sprach:
“Why have you come to the Island?”

Die Stimme kam nicht wirklich aus einem Mund. Eher direkt in den Kopf. Sehr unangenehm.

Khelben antwortete höflich wie immer und erklärte, wir seien Besucher und würden keinen Schaden bringen. Ein gewagtes Versprechen, wie ich fand … aber – Wir wurden hineingelassen!

Das Innere des Turms war beinahe leer. Nur ein silberner Kreis leuchtete mitten im Raum, als würde er auf etwas warten. Oder jemanden.

Dann erschien sie.

Alustriel.

Ich weiss nicht genau, was ich erwartet hatte, aber sicher nicht diese Ruhe. Sie sprach mit Khelben, als würden die beiden Dinge sehen, die für einen sterblichen wie mich unsichtbar waren. Die Namen, die fielen, bedeuteten mir wenig. Hosttower of the Arcane, Siegel gebrochen, Banhialorg, Arklem Greeth und so weiter  … aber die Art, wie sie darüber redeten, gefiel mir ganz und gar nicht.

Zu viele Leute mit ernsten Stimmen.
Zu viele uralte Orte.
Zu viele Dinge, die “zurückkehren”.

Alustriel wirkte sehr abgelenkt und doch ruhig. Wie jemand, der zehn Katastrophen gleichzeitig betrachtet und versucht zu bestimmen, welche zuerst explodiert.

Sie sprachen von Krieg.
Von Allianzen.
Von Zwergen, Orcs und Luskan.
Von irgendeinem Mythal über Silverymoon.

Und ständig dieses Gefühl, dass wir alle zu spät kommen.

Ich tat natürlich so, als hätte ich alles verstanden.

Habe ich nicht. Ich habe kaum zugehört.

Aber ich habe verstanden, dass selbst Leute wie Khelben nervös werden können. Und das ist vermutlich der beunruhigendste Teil des Ganzen.

Als wir gingen, lächelte Alustriel kurz und zwinkerte ihm zu, als wären sie alte Freunde.

Danach war es wieder still.

Nur die Astralebene.
Nur diese endlose, beunruhigende Leere.

Die gute Nachricht? Khelben meinte ich kann mit meinem Trank theoretisch noch genau zwei Mal hierherkommen. Er empfahl mir zwar dringend es nicht zu tun. 

Doch was weiss der schon.

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